Kuhflüsterinnen, Butterglück und Roboter im Stall – die 6c erlebt Landwirtschaft hautnah

Wie viel frisst eine Kuh am Tag? Wie viel Wasser braucht sie? Und kann man Butter eigentlich selbst herstellen? Mit einem ganzen Fragenkatalog im Gepäck machte sich die Klasse 6c im Rahmen des Geografieunterrichts auf den Weg zum Bauernhof der Familie Scheuerer in Luigendorf. Dort wartete ein Tag voller spannender Einblicke, überraschender Zahlen, moderner Technik und ganz viel Landwirtschaft zum Anfassen.

Schon bei der Stallführung wurde es interessant. Sabine und Johann Scheuerer, die beiden Hofinhaber, nahmen die Schülerinnen und Schüler mit zu den kleinsten Bewohnern des Hofes: den Kälbern. Von dort ging es weiter zu den Fressern und schließlich zu den ausgewachsenen Kühen. Geduldig und mit großer Begeisterung erzählten die beiden von ihren Tieren, ihrem Hof und der täglichen Arbeit. Dabei zeigten einige Schülerinnen besonderes Talent im Umgang mit den Tieren und wurden kurzerhand zu echten Kuhflüsterinnen: Mit viel Ruhe und Fingerspitzengefühl suchten sie den Kontakt zu den neugierigen Kühen.

Im Kuhstall gab es aber nicht nur Tiere zu bestaunen. Die Schülerinnen und Schüler entdeckten auch die verschiedenen „Wellnessstationen“ der Kühe. Bürsten, an denen sich die Tiere selbstständig ausgiebig kratzen können, gehören ebenso zum modernen Kuhstall wie der Melkroboter. Wie dieser funktioniert, wurde der Klasse genau erklärt – und sorgte für jede Menge Staunen. Dass Kühe selbstständig zum Melken gehen und die Technik erkennt, welches Tier gerade vor ihr steht, beeindruckte die Jugendlichen sichtlich.

Die 6c wurde auch selbst aktiv. Unter den neugierigen Blicken der Kühe wurde Sahne kräftig geschüttelt, bis daraus tatsächlich eigene Butter entstand. Diese durfte natürlich sofort probiert werden. Dazu gab es Käse, Milch und Joghurt – gesponsert von der Privatmolkerei Bechtel. So wurde aus dem Unterricht kurzerhand eine kleine Verkostung direkt vor dem Stall.

Anschließend ging es in die Maschinenhalle. Besonders der große Traktor zog die Aufmerksamkeit der Klasse auf sich. Im Getreidelager erhielten die Schülerinnen und Schüler außerdem Einblicke in die Lagerung der Ernte. Die riesigen Strohballen machten dabei eindrucksvoll deutlich, welche Mengen in einem landwirtschaftlichen Betrieb bewegt werden.

Auch die Zahlen, die die Schülerinnen und Schüler erfuhren, waren beeindruckend: Eine Kuh benötigt täglich etwa 100 Liter Wasser und mehr als 40 Kilogramm Futter. Um eine Vorstellung davon zu bekommen, was das für die Landwirtschaft bedeutet, waren fünf randvoll mit Wasser gefüllte Eimer bereitgestellt und die Jugendlichen durften selbst eine Futterportion abwiegen und zusammenstellen. Schnell wurde deutlich: Bei einer ganzen Herde kommt da einiges zusammen.

Die Klasse hatte viele Fragen vorbereitet und nutzte die Gelegenheit, den Hofleuten gründlich auf den Zahn zu fühlen. Besonders nachdenklich stimmte das Gespräch über die Auswirkungen des Klimawandels. Die anhaltende Dürre in diesem Jahr stellt auch den Hof der Familie Scheuerer vor große Herausforderungen. Fehlender Regen bedeutet nicht nur trockene Böden, sondern wirkt sich unmittelbar auf das Wachstum der Pflanzen und damit auf die Futterversorgung der Tiere aus.

Kühe aus nächster Nähe, Melkroboter, riesige Traktoren, selbst geschüttelte Butter und jede Menge überraschende Informationen: Die 6c erlebte Landwirtschaft an diesem Tag nicht aus dem Schulbuch, sondern mitten im echten Hofalltag. Vor allem aber zeigte der Besuch, wie viel Wissen, Technik, Arbeit, Verantwortung und Leidenschaft hinter der täglichen Versorgung mit Lebensmitteln stecken.

Ein herzliches Dankeschön gilt Sabine und Johann Scheuerer, die die Schülerinnen und Schüler mit viel Offenheit, Humor und Begeisterung auf ihrem Hof willkommen hießen. Mit ihrer herzlichen Art und ihren spannenden Einblicken machten sie den Besuch zu einem ganz besonderen Erlebnis für die Klasse 6c.