INSIGHT NEUNBURG: Schülerinnen und Schüler mischen die Kommunalpolitik auf

Wie lebt es sich als Jugendlicher in Neunburg vorm Wald? Was wünschen sich junge Menschen von ihrer Stadt – und werden sie dabei überhaupt gehört? Diesen Fragen sind 15 Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe im Rahmen der Projektpräsentation monatelang auf den Grund gegangen.

Den Auftakt bildete eine intensive Recherchephase: Die Gruppe entwickelte eine eigene Umfrage zum Freizeitverhalten Jugendlicher und befragte damit knapp 200 junge Menschen aus Realschule, Mittelschule und Gymnasium. Parallel dazu nahmen die Schülerinnen und Schüler sämtliche Vereinsangebote der Stadt genau unter die Lupe und prüften, wie gut diese im Internet über Angebote für Jugendliche informieren. Auch ein Blick über den Tellerrand durfte nicht fehlen: In Interviews mit Fraktionsvorsitzenden des Stadtrats und einer Sozialpädagogin aus der Nachbarstadt beschäftigte sich die Gruppe intensiv mit dem Konzept von Jugendparlamenten in Bayern und darüber hinaus – und entwickelte daraus eigene Ideen für eine mögliche Jugendbürgerversammlung in Neunburg.

Ihre Ergebnisse präsentierte die Projektgruppe am 3. Juli vor großem Publikum: Der Bürgermeister, die Fraktionsvorsitzenden, ein Landtagsabgeordneter, Elternbeiräte und die Presse folgten der Einladung in die Schule, um sich die Erkenntnisse der Jugendlichen aus erster Hand anzuhören.

Die Reaktionen fielen mehr als positiv aus. Die Stadt Neunburg hat die Projektgruppe im Anschluss gebeten, eine Jugendbürgerversammlung mitzugestalten, die im Herbst stattfinden soll. Auch die Einrichtung eines dauerhaften Jugendbeirats wird nun geprüft. Zudem ist ein regelmäßiges „Bildungsfrühstück“ zwischen Schülersprechern und dem Bürgermeister im kommenden Schuljahr angedacht. In den angeregten Gesprächen nach der Präsentation wurden bereits viele Ideen geschmiedet.

„Eigentlich können wir doch jetzt nicht aufhören? Wir müssen jetzt weitermachen!“ – Stimme aus der Projektgruppe

Für die Schülerinnen und Schüler war dieser Satz nach der Präsentation schnell klar: Aus dem Projekt ist mehr geworden als eine Unterrichtseinheit – es hat direkte Auswirkungen auf das Leben in ihrer Heimatstadt.